Gut sichtbar durch den Winter: Mein reflektierender Softshellmantel
Mit „leichter“ Verspätung reihe ich mich in den MeMadeMittwoch im März ein. Danke an das MeMadeMittwoch Team, dass die Linkliste nicht nur mittwochs zur Verfügung steht.
Stolz kann ich euch heute meinen neuen Softshellmantel aus reflektierendem Softshell zeigen. Im Januar hatte ich euch bereits den tragbaren Probemantel vorgestellt. Dort hatte ich „nur“ mit reflektierenden Paspeln gearbeitet. Im Dunkeln sah das so aus:

Der Einsatzzweck für beide Mäntel ist das Fahrradfahren in der dunklen Jahreszeit. Ziel war es, dass man mich möglichst gut sieht. Schon der Probemantel macht da einen richtig guten Job. Bis auf eine kleine Änderung am Kragen musste ich am Schnittmuster nichts mehr anpassen.


Beim Probemantel hat mir die Betonung der Nähte mit den Paspeln so gut gefallen, dass ich sie auch beim endgültigen Mantel wieder eingesetzt habe. Dieses Mal allerdings nicht in Silbergrau, sondern in Schwarz. Auch diese Paspeln sind reflektierend. Zugegebenermaßen geht der reflektierende Effekt der Paspeln im Dunkeln etwas unter, weil der Softshell selbst so stark reflektiert. Sobald es aber heller wird, entsteht genau der Effekt, den ich mir gewünscht habe.


Sehr bewährt haben sich auch die aufgesetzten doppelten Taschen. Diese Idee habe ich von „Sewin in the Rain“ übernommen. Schlüssel und Smartphone landen in den Reißverschlusstaschen. Taschentücher und andere Kleinigkeiten kommen in die dahinter liegende Eingriffstasche. Diese Aufteilung funktioniert im Alltag wirklich gut.

Genäht habe ich wieder mit zwei Nähmaschinen. Meine „neue“ Pfaff, die inzwischen auch schon über zehn Jahre alt ist, kam für die normalen Nähte mit hellgrauem Garn zum Einsatz. Für die Absteppungen mit schwarzem Garn habe ich meine gute alte Gritzner verwendet. So musste ich nicht ständig umfädeln.

Mein Plan mit den Mänteln für Radtouren ist voll aufgegangen. Zusammen mit dem herausnehmbaren Steppfutter bin ich sehr gut eingepackt und mir war bisher nie kalt.



Alle weiteren Informationen zum Schnittmuster und zu meinen Änderungen findet ihr im Blogpost zum tragbaren Softshellmantel.
Aus den Softshellresten der beiden Mäntel nähe ich aktuell noch eine Softshelljacke. Die soll für die Übergangszeit sein, wenn die Mäntel zu warm werden. Den reflektierenden Softshell habe ich dann komplett aufgebraucht. Vom mintfarbenen Stoff ist noch ein bisschen übrig. Mal sehen, was ich daraus noch nähe. Eigentlich würde ich ihn gerne bald verarbeiten, denn der Stoff hat recht viel Volumen und mein Stoffvorrat platzt ohnehin schon aus allen Nähten.
Und jetzt schaue ich erst einmal beim MeMadeMittwoch vorbei und sehe mir die tollen Werke der anderen an. Dort zeigt Carola dieses Mal einen Mantel von 2023 und erzählt, warum sie ihn nur selten trägt. Solche Beiträge finde ich immer spannend, weil sie zeigen, wie sich genähte Kleidung im Alltag bewährt oder eben auch nicht.
Schnittmuster: „Hooded Coat Pepernoot“ von Waffle Patterns sowie Teile von „Jacket Kikyo“
Material: reflektierender Softshell von Fun Fabric, Futter „Steppstoff“ von Kattun, 2-Wege-Reißverschluss, 2x Reißverschluss für herausnehmbares Futter, kurze reflektierende Reißverschlüsse für Taschen, Zipper für Taschenreißverschlüsse, Schrägband, Falzgummi (Kantenversäuberung herausnehmbares Futter), Gummiband, Abdichtband aufbügelbar (Fun Fabric), Bügelbilder hinten + innen, Steam – a – Seam: temp befestigen von den Labels und für die zweite Runde des Schrägbands da man es so gut vorm Nähen befestigen kann und vorm Bügeln auch noch replaziert werden kann
Änderungen: siehe Blogpost vom tragbaren Probemantel
Fazit: bin sehr begeistert von meinem Softshell Mantel
Material: reflektierender Softshell von FunFabrics,
Änderungen: Zusätzlich zu den zahlreichen Änderungen für den Probemantel habe ich noch den Halsausschnitvergrößert und somit auch eine andere Kragengröße verwendet.
Fazit: Bin sehr zufrieden mit beiden Mänteln – das einzig schade ist, dass ich selbst nicht sehe wie schön ich leuchte / zu erkennen bin.

18 Kommentare
Kathrin
6. März 2026 um 1:42
Absolut cool, beide Mäntel! Ich bin sehr begeistert und beeindruckt. Sowas könnte ich im Berliner Straßenchaos auch gut gebrauchen, wenn ich bloß motivierter für aufwendige Jacken/Mantelprojekte wäre…
Muriel
31. März 2026 um 20:52
Hallo Kathrin,
vielen Dank für deine liebe Rückmeldung zu meinen beiden Mänteln. Ich kann Dir auch nicht sagen, woher ich die Motiviation genommen habe, gleich zwei Mäntel zu nähen. Hoffe jetzt, die halten viele Jahre, so dass ich erstmal keine Mäntel mehr nähen „muss“.
Lieber Gruß,
Muriel
Mel
6. März 2026 um 8:35
Richtig gute Idee auch für Mantelprojekte zwei Nähmaschinen zu verwenden. Das hatte ich bisher gar nicht in Betracht gezogen, aber eigentlich ja naheliegend.
Die Jacke ist sowieso SUPERCOOL. Und in dieser Jacke ist das farbige Futter noch mehr ein Hingucker.
Muriel
31. März 2026 um 20:51
Hi Mel,
die beiden Nähmaschienen, gerade weil ich verschiedenfarbiges Garn zum Zusammennähen und zum Absteppen verwendet habe, haben die Arbeit echt erleichtert. Bin froh, dass ich immer noch meine alte Nähmaschine habe.
Lieber Gruß,
Muriel
Kuestensocke
6. März 2026 um 18:47
Der absolute Wahnsinn – die Jacke ist rundrum wundervoll. Rausnehmbares Futter, Paspeln – meinen allerhöchsten Respekt für die Mühe mit all den feinen Details. LG Kuestensocke
Muriel
31. März 2026 um 20:50
Hallo Kuestensocke,
danke für deinen lieben Kommentar.
Lieber Gruß,
Muriel
Stefanie
6. März 2026 um 21:03
Die Jacke ist echt der Wahnsinn. Das Titelfoto hat etwas von „Der Unsichtbare Mann“, man sieht nur den (sich bewegenden) Mantel, ist schon ein bisschen gruselig. Wenn ich mir das nachts auf der Landstraße vorstelle, Huuuh!
Ich bin total beeindruckt von der tollen Verarbeitung, mit dem schönen Futter und den raffinierten Taschen. Letztere muss ich mir unbedingt merken. In Deinem Post zum Mantel mit der reflektierenen Paspel ( der mir auch richtig gut gefällt), erwähnst Du wasserlösliches Garn. Das klingt sehr spannend, nimmt man das zum Heften?
Viel Spaß beim sicheren Radfahren,
Grüße, Stefanie
Muriel
31. März 2026 um 20:49
Hallo Stefanie,
vielen Dank für deinen netten Kommentar. Das wasserlösliche Garn habe beim Probemantel als Oberfaden verwendet für die Stellen, die ich wusste, dass ich die wieder auftrennen muss, da die Paspel noch aufm Postweg war, aber ich den Mantel unbedingt mit in den Urlaub nehmen wollte. Ansonsten wird es z.B. auch beim BH nähen verwendet, wenn man ein Probe-BH näht.
Lieber Gruß,
Muriel
(drei)he fecit
6. März 2026 um 22:27
Ich fand ja schon den Probemantel richtig gut, aber der nun vorgestellte ist der Hammer. Vor allem mit dem rausnehmbaren Futter. So funktioniert der Mantel auch noch in der Übergangszeit. Und richtig toll ist wirklich die Sichtbarkeit. Jetzt brauche ich unbedingt auch so einen Mantel. Der Schnitt liegt ja schon seit Jahren geplottet hier, und seit letztem Jahr auch endlich der Wollstoff, den ich mir dafür vorgestellt hatte. Tja, nun überlege ich doch wieder Richtung Softshell. Den hatte ich eigentlich bereits ausgeschlossen, bin nicht so der Softshell-Fan. Aber diese Reflektoreigenschaft ist schon ein großes Plus. Deine beiden Beiträge zu deinem Mantel werde ich mir auf jeden Fall merken, denn irgendwann wird das auch mit mir und dem Pepernoot noch was werden. Danke jedenfalls für deine Inspiration. Und viel Freude mit dem Mantel.
Liebe Grüße, heike
Muriel
31. März 2026 um 20:47
Hallo Heike,
danke, dass Du gleich beide meiner Blogposts zu meinen Softshellmäntel gelesen hast.
Für mich selbst hatte ich Softshell auch bisher nicht verarbeitet – es hat halt für die Fahrradmäntel Sinn gemacht. Kann verstehen, dass Du überlegst, was für Dich ein geeigntes Material ist. Je nachdem welches Material Du verwenden möchtest, könntest Du ja nur ein paar der Elemente aus (reflektierendem) Softshell nähen oder „nur“ reflektierende Paspeln verwenden. Die alleine sorgen schon für eine gute Sichtbarkeit (falls das für Dich ein Kriterium) wäre.
Lieber Gruß,
Muriel
Mein Lebensspiel
7. März 2026 um 10:02
Wie bewundernswert deine Akribie und detailreiche Arbeit! Bin sehr beeindruckt und das Ergebnis überzeugt auf ganzer Linie. In meine Softshelljacke habe ich auch so eine reflektierende Paspel eingearbeitet und finde das super.
Die herausnehmbare Innenjacke finde ich auch toll, solche praktischen 2-1-Jacken haben einfach etwas für sich, gerade für den sportlichen Alltagseinsatz.
LG Miriam
Muriel
31. März 2026 um 20:45
Hallo Miriam,
Danke für deinen lieben Kommentar zu meinem Softshellmantel. Habe mich sehr darüber gefreut.
Lieber Gruß,
Muriel
Anja
7. März 2026 um 17:28
Das ist echt total irre, so einen Mantel hätte ich auch gerne und wahrscheinlich ganz viele, so viel schöner wie die ollen Sicherheitswesten und Bänder, mit denen die Leute rumfahren. Aber auch ich habe keine Lust, mir soviel Arbeit zu machen, irgendwie blöd, lg Anja
Muriel
31. März 2026 um 20:44
Hallo Anja,
danke für deinen netten Kommentar. Ich hatte bisher auch ne gekaufte Sicherheitsweste, die hat auch sehr gut ihren Dienst getan – man muss ja nicht alles selber nähen!
Lieber Gruß,
Muriel
sienaehtschonwieder
8. März 2026 um 10:37
Ich kann mich noch erinnern, dass ich von diesen vollreflektierenden Stoffen zum ersten mal vor fünfzehn (oder sind es sogar schon zwanzig) Jahren bei einem Label für Celebrities gehört habe. Die haben sehr teure Kleidung und Schals, Caps etc. vertrieben für genau den Effekt deines ersten Bildes, nämlich um den:die Träger:in auf Bildern unsichtbar zu machen. Die Spiegelreflex Automatiken der Paparazzi waren nicht in der Lage die richtigen Einstellungen zu wählen und so waren Paris Hilton und Co. nicht erkennbar auf den Bildern und die Bilder wertlos.
Ich mag den Gedanken, dass du auf dem Rad mit deinen wunderbaren Mäntel unterwegs bist und sichtbar für andere Verkehrsteilnehmer bist, aber gleichzeitig unsichtbar für all die nervigen Paparazzi die dir dabei folgen. Hihi 🙂
Grüße, Tina
Muriel
31. März 2026 um 20:43
Hallo Tina,
das wusste ich gar nicht, dass ich quasi nen Paparazzi-Schutz mir genäht habe … jetzt muss ich nur noch berühmt werden 😉
Lieber Gruß,
Muriel
Andrea
16. März 2026 um 13:05
Fahrradtaugliche Kleidung, die gut aussieht UND sicherstellt, dass du gut gesehen wirst – super! Als Fahrradfahrerin, die auch Auto fährt, finde ich reflektierende Kleidung spitze. Ich selber habe eine Kaufjacke, die ihren Zweck erfüllt aber nicht besonders gut aussieht oder sitzt (ich habe sie extra groß gekauft, damit sie auch über eine normale Jacke passt).
Wenn wir bald umziehen, werde ich vermutlich auch wieder mehr mit dem Rad fahren, dann werde ich mir nochmal Gedanken machen, ob ich mir nicht auch sowas in der Richtung selber nähe.
LG, Andrea
Muriel
31. März 2026 um 20:42
Hallo Andrea,
vielen Dank für deinen lieben und ausführlichen Kommentar.
Wünsche Dir alles Gute für euren Umzug.
Lieber Gruß,
Muriel
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