Mein Weg zur perfekten Bralette (Daheim-BH) – bin ich am Ziel?

Über die Jahre habe ich immer wieder über verschiedene Bralette-Schnitte hier aufm Blog geschrieben. Etliche von den Schnitten trage ich inzwischen nicht mehr, da ich noch bequemere/besser sitzende Varianten gefunden habe. Ich verlinke diese euch alle mal inkl. kurzem aktuellen Fazit:

  • Watson Bra (Cloth Habit): Die vertikale Cupnaht läuft für meine Brustform nicht optimal, diese müsste weiter innen sein.
  • Mara Bralette (Costura Studio Shop): habe das Band auf “Watsonbreite” erweitert, aber auch hier läuft die Cupnaht nicht dort, wo ich diese bräuchte.
  • Schnitte aus meiner BH-Nähanfangszeit:
    • Romy Bra (OhhhLuLu) – Band zu schmal, keine geschwungene Cupnaht
    • XO Bra (Evie La Luve) – siehe oben drüber
  • komplett ausgeschieden:
    • Euler Bralette (Sophie Hines): Der Schnitt passt gar nicht zu meiner Brust.
    • Racerback-Bralette (Madalynn/Simplicity): Schnitt sieht zwar schick aus, hat aber keinen Verschluss und muss umständlich über den Kopf gezogen werden. Da diese Bralette komplett mit Powernet hinterlegt ist, gestaltet sich das an-/ausziehen als “herausfordernd”. 🙂
    • Mallori Lane (Madalynn): Sieht hübsch aus, hat mir aber überhaupt keinen Halt geboten und muss auch über den Kopf gezogen werden.

Im Laufe der Jahre habe ich nach und nach die von mir bevorzugten Eigenschaften für Daheim-BHs entdeckt. Diese sind:

  1. getrennte Cups (so dass die Brüste in der Mitte nicht “zusammen gequetscht werden”)
  2. Vertikale Cupnaht sollte nicht zum Träger verlaufen
  3. geschwungene untere Cupnaht und somit kann ein Bügelband für mehr Halt für die Brust angenäht werden
  4. breites Unterbrustband
  5. BH-Verschluss (Bralette muss nicht über den Kopf gezogen werden)

Bei der Verarbeitung sind mir folgende Punkte wichtig, welche ich auch, ohne dass das im Schnitt angegeben ist, so nähe:

  • Backband aus doppeltem Powernet oder zumindest Oberstoff + festes Powernet
  • Unterbrustband mit Powernet hinterlegt
  • Verbreiterung des Unterbrustbands auf die Länge des Watsons
  • Cups gefüttert mit mind. leichtem Powernet
  • Geschwungenes Backband (so dass der Träger geschwungen nach oben verläuft)

Keiner meiner bisher genähten Bralette Schnitte hat diese Punkte zu 100% erfüllt und so war ich nach wie vor auf der Suche nach “meiner” Bralette. Ich habe zwar schon mehrmals gedacht, ich hätte diese inzwischen gefunden, aber nach ein paar Mal tragen sind mir die jeweiligen Nachteile erst aufgefallen, und so kommen wir zu meiner neusten Entdeckung: Der Iris Bralette von Primrose Dawn.

Der Schnitt enthält vier verschiedene Frontvarianten, sowie vier Rückenvarianten. Ich habe mich für Variante A sowie dem Rückteil H mit dem BH-Verschluss entschieden.

Dieses Schnittmusterlabel ist mir vor kurzem das erste Mal aufgefallen. Ihr Bralette Schnitt hat im Gegensatz zu meinen beiden bisherigen Bralette-Favoriten (Mara und Watson) den Vorteil, dass die vertikale Cupnaht unabhängig vom Träger verläuft und für mich aufm Foto schon so aussah, als wäre diese Naht mehr in der Mitte, sowie, dass der Schnitt eher für Oberweiten konstruiert ist, die näher zusammen sind. Beide Punkte haben mich sehr neugierig gemacht.

Wie immer habe ich zunächst die Länge vom Unterbrustband mit einem gut sitzenden verglichen. Das hat perfekt gepasst und ich musste daran nichts ändern. Ich habe aus Stoffmangel jedoch eine Naht in der vorderen Mitte des Unterbrustbandes hinzugefügt. Den grünen Punktestoff habe ich von Zwergstücke, das war ein Reststück von einem ihrer Projekte und es war gerade noch genug für ein Unterwäscheprojekt.

Als nächstes habe ich aus Neugierde die Bandschnitteile von Iris, Watson und Mara verglichen. Dabei ist mir aufgefallen, dass die untere Cupnaht im Bereich des Arms bei Watson und Mara sehr ähnlich verlaufen (siehe nächstes Foto) und sich diese “nur” in der vorderen Mitte unterschieden, bei dem der Watson die Brüste “vereinzelt”, während der Mara quasi ein Monocup-Schnitt ist.

Die untere Cupnaht bei der Iris Bralette verläuft verglichen mit Mara jedoch um einiges mehr Richtung Mitte, anstelle Richtung Armloch, und das könnte für meine Brustform wesentlich besser sein:

Nach dem großartigen Great Bra Sewing Bee Wochenende hatte ich mir ein Brafitting bei Lilypa Designs gebucht. Sie hatte ein paar Kurse gehalten, unter anderem über das spannende Thema “Brustanatomie im Zusammenhang mit BH-Schnittmustern”. Während des privaten virtuellen Fittings habe ich von ihr gelernt, dass die untere Cupnaht bei meiner Brust im Bereich des Armes wesentlich weiter innen verlaufen muss, als ich all die Jahre angenommen habe. Um so begeisterter war ich, dass die Iris Bralette genau diese Cupform aufweist.

Ich nähe bei den Bralette-Schnitten mit geschwungener unterer Cupnaht an diese immer noch Bügelband an, dieses gibt dieser wichtigen Naht nochmals mehr Halt und hält “alles” in Schach.

Der Schnitt an sich ist sehr gut konstruiert, so gibt es viele Markierungen, welche die Arbeit erleichtern. U.A. ist der Apexpunkt (Brustpunkt) angegeben, das finde ich sehr praktisch und fände es gut, wenn andere Schnitthersteller diesen wichtigen Punkt auch angeben würden. Desweiteren enthält das Schnittmuster-PDF ausblendbare Größen, so dass gezielt nur eine Größe ausgedruckt werden kann und man nicht in einem “Chaos” aus grauen Linien seine Größe suchen muss.

Die Anleitung an sich hat mich eher verwirrt, vielleicht weil sich die Reihenfolge für mich nicht sooo optimal angefühlt hat. Denke, nach ein paar BHs/Soft-BHs eignet man sich eine Reihenfolge an, die einem liegt. Anleitungen, die das anders machen, sind dann irritierend, was aber nicht heißen muss, dass diese es nicht richtig machen. Am Ende kommt so oder so ein fertiges Projekt dabei heraus.

Ich bin jetzt schon sehr zufrieden mit der Passform. Das Cupvolumen passt. Die vordere Mitte ist höher als beim Mara. Die Brust wird, obwohl es nur eine Bralette ist, sehr gut gehalten. Dennoch habe ich zwei Punkte, die ich beim nächsten Mal noch optimieren werde:

  1. Die Cupnaht verläuft zwar mittiger als bei Watson und Mara, aber für mich immer noch nicht optimal. Werde diese weiter in die Mitte versetzen. Das sollte, da die Naht nicht zum Träger verläuft, ohne Probleme machbar sein.
  2. Das Unterbrustband ist mir zu schmal, das werde ich auf die “Watsonbreite” erweitern.

Die Änderungen habe ich am Schnitt schon gemacht und die zweite Version muss jetzt nur noch genäht werden. 🙂 

Schnitt: Iris Bralette von Primrose Dawn Front Variante A + Back Variante H
Material: Jersey (Geschenk von der lieben Zwergstücke), Powernet, leichteres Powernet für die Cups, Trägergummi, Ringe & Schieber, Unterbrustgummi, Zierlitze, BH-Verschluss, Bügelband
Änderungen: Bügelband an der Cupnaht angenäht
Fazit: Ich bin sehr zufrieden mit dem Schnitt. Habe für die nächste Variante schon zwei Änderungen in Planung: 1. die Cupnaht in die Mitte verschieben und 2. Unterbrustband verbreitern. Werde anstatt Watson und Mara jetzt erst mal Iris nähen, bis mir eine Bralette begegnet, die mir noch besser passt.

Unterschrift Muriel

Von
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2 Kommentare

  • Juniper

    Danke für deinen ausführlichen Bericht. Deine Ausführungen lassen vermuten, dass ich anatomisch ähnlich gebaut bin und ich freue mich dann auch deine Ausführungen zurückgreifen zu können, wenn ich selber mal mit Unterwäsche Nähen beginne 🙂

    27. August 2020 um 18:39 Antworten
    • Muriel

      Hallo Juniper,
      vielen Dank für deine Rückmeldung zu dem Blogpost. Falls Du mal BH-nähtechnische Fragen hast, nur her damit 🙂
      Lieber Gruß,
      Muriel

      29. August 2020 um 13:52 Antworten

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