Watson und Boylston Bra ….. arghhhhhhhh

Nachdem ich mit meinem bisher verwendeten DL03 BH Schnitt (make bra) sehr zufrieden bin, stand mir der Sinn nach Abwechselung. Wo bleibt den auch die Herausforderung, wenn man schon weiß, dass es passt 😉
In der BH-Schnittmuster-Universum gibt es auch einige Schnittmuster die, gefühlt, von jeder genäht werden. Das sind unter anderem der bügellose Watson BH (Cloth Habit)  und der Bolyston (orange-lingerie).

Beide Schnittmuster haben sich bei mir als absolut nicht tragbar erwiesen. Beim BH nähen ist das unpraktische, dass man erst ganz am Ende sehen kann, ob überhaupt etwas passendes herauskommt oder nicht. Bei Kleidern kann man wenigstens zwischen drin anprobieren – geht da leider nicht.

Den Watson Bra wollte ich nähen, da ich unter anderem bei IsaLabBella (Isalab) <2018: Blog inzwischen nicht mehr vorhanden> als auch bei Melanie (500daysofSewing) tolle Varianten entdeckt habe. So ein Soft-BH wäre doch für daheim im Sommer gar nicht so schlecht.

Das Band kam mir beim nähen schon sehr kurz vor aber mit Schließe kann sich das ja nochmal ändern. Im Endeffekt hätte ich das Band gerade noch so zu bekommen aber der BH Cup war um Welten zu kleine und sooo viel hab ich eigentlich nicht zu bieten. Das war schon sehr frustrierend. Zwar habe ich nur Restmaterialen verwendet aber ein komplettes Teil für die Tonne zu produzieren tut mir trotzdem weh. Ich habe eine Vermutung warum beide BH-Schnitte bei mir nicht passen – dazu später mehr.

Jetzt erst Mal zum Bolyston Bra:
Wie bei meinem bisher verwendeten Schnitt ist dies auch ein Balconette BH. Jedoch mit einer anderen – mehr für Spitze / Deko geeigneten Cupaufteilung. Schöne Varianten von dem Schnitt findet ihr u.A. bei eben-Julia.

Vorne weg muss ich sagen, dass wenn ich mit dem Schnitt angefangen hätte BHs zu nähen, hätte ich das BH nähen bestimmt gleich beim ersten BH eingestellt. Da hatte ich echt Glück, dass ich mit dem DL03 der auf meine Brustform abgestimmt zu sein scheint angefangen habe.

Eine zusätzliche Schwierigkeit hab ich mir selbst eingebaut, da ich den BH wieder mit Laminat nähen wollte. Im Schnitt ist dies nicht vorgesehen. Praktischerweise hat mich Melanie auf ein Tutorial für Foam-BHs aus einer 2014er Threads Magazin hingewiesen. Darin beschreibt Orange Lingerie wie dieser Schnitt mit Laminat genäht wird. Ich musste zwar immer noch zwischen der richtigen Anleitung und der Magazinanleitung hin und her springen aber es war schon einfacher. Einen Fehler ist mir beim Annähen der Träger unterlaufen, ich habe
diese ganz außen an den Cup angenäht und diese hätten eher weiter mittig hingehört. An dem eigentlichen Problem nämlich dem Cup hätte das aber dennoch leider nichts geändert.

Bei meinem ersten Versuche habe gleich alle Schnittteile abgepaust, ausgeschnitten und dann war der Cup viel klein. Dann beim nächsten Versuch habe ich nur den Cup einmal zugeschnitten und in den gut sitzenden DL03 Cup gelegt – immer noch zu klein. Auch die dritte Variante noch eine Cupgröße größer war noch zu klein *grummel*. Dann hatte ich keine Lust mehr. Um an den Boylston Cup zu kommen gehe ich jetzt einen anderen Weg. Ich habe aus Laminat den DL03er Cup genäht und die Nahtlinen vom Boylston übertragen und diese dann auseinander geschnitten. Theoretisch müsste ich jetzt einen gut sitzenden BH-Cup haben. Motivation zum nähen hatte ich bisher nicht.

wie man sieht ist der Boylston Cup um einiges zu klein

Lektion aus den Versuchen: immer erst den Cup aus Laminat zuschneiden und schauen, ob der über den Busen reicht.

Bisher habe ich vier verschiedene BH / Bustier Schnitte ausprobiert. Zwei saßen auf Anhieb und zwei nicht. Der Unterschied beider liegt schon im Messen der Cupgröße und dort vermute ich auch mein Problem.

Bei den für mich passenden BHs wird die Cupgröße aus dem Unterschied von “Full Bust” zu Unterbrustgröße gemessen. Bei den beiden nicht passenden Schnittmustern der Unterschied von “Upper Bust” zu “Full Bust” berechnet. Durch die jahrelange Näherei / Nähtreffen ist mir aufgefallen, dass ich im Gegensatz zu Anderen oberhalb der Brust noch “Material” habe. Bei anderen auch mit größeren Cups ist dort oben ein größerer Unterschied zu sehen. Dort verläuft die Linie von der Full Bust zur Schulter flacher. Bei der “Upper Bust”-Messmethode kommen bei mir immer A-Cups raus und bei der anderen Methode ist es ein C-Cup. Ich werde das mal weiter verfolgen, ob ich mit meiner Theorie recht habe.

Muriel
Von

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12 Kommentare

  • Anonym

    Schau mal, das hab ich bei der Fairy Goodmother of Bra Fitting 😉 gefunden – vielleicht ist die 3. Methode eine für dich?
    http://bramakers.blogspot.de/2015/03/four-ways-of-measuring.html

    Ich hab eine Frage zum Watson-Bra, den ich versuche zu nähen, nach einem misslungenuen ersten Versuch. Ich hatte dabei aber ein Problem (neben einem zu großen (!) Cup…Was heißt, dass ich demnächst auf AAA umsteige *seufz*), das ich im Internet weder auf Deutsch noch auf Englisch finde – am Ende näht man ja die Träger an, indem man das oberste, schmale Teil über den Ring umklappt und festnäht. jetzt ist es so, dass diese umgenähte Stelle total kratzt und unangenehm auf der Haut ist. Hattest du das Problem auch? Oder hast du den BH vielleicht gar nicht so lange getragen? Mein zweiter Watson liegt hier zugeschnitten bereit und diese Probleme halten mich schon lange ab, ihn einfach zu nähen…(Also Fit & Tragekomfort).

    30. Januar 2017 um 8:16 Antworten
    • Muriel

      Hallo,
      vielen Dank für den Link. Diese Messmethoden kannte ich noch gar nicht.
      Wegen dem Träger – könntest Du mir davon ein Bild schicken (Twitter / Instagram Direct Nachricht oder schreib mir kurz via Kontaktformular)? Kann es mir gerade nicht vorstellen. Meinst Du vielleicht Step 10?
      Lieber Gruß, Muriel

      30. Januar 2017 um 21:51 Antworten
  • 500 days of sewing

    Ich fand es anfangs schon recht verwirrend, dass es überhaupt verschiedene Messmethoden gibt. Für meinen Shelley der ja auch mit Beverlys Methode (upper bust to full bust) gemessen wird hatte ich ja bisher gedacht er säße echt gut. Nachdem ich aber nun den Bella zum Vergleich habe (hier wieder die auch in Deutschland eher gebräuchlichere Methode Full Bust wird mit Unterbrustgröße verglichen) – muss ich das ein wenig revidieren. Bella sitzt wesentlich besser. Aber wie du schon vermutest braucht da wahrscheinlich jeder seinen eigenen Messweg um die für sich passende Form zu finden. Und mit etwas Glück gibt es für diese Varianten dann auch tolle Schnittmuster.
    Schade, dass wir mit unseren Problemchen nicht einfach zu Beverly gehen können. Die wüsste sicher eine Lösung.

    Deinen Ansatz den Bolyston passend zu machen finde ich ja spannend. Ich wäre da wohl nicht drauf gekommen. Von der Geduld mal abgesehen. Der Bolyston ist wirklich toll geschnitten, ich hoffe dein Vorgehen klappt.
    Danke für deinen Tipp immer erst ein Laminat-Probestück anzufertigen. Darauf bin ich auch noch nicht gekommen. Doppelt schöner Tipp da mir das Laminat-Cup-Nähen echt Spaß macht :o)
    Viele Grüße, Melanie

    30. Januar 2017 um 9:34 Antworten
    • Muriel

      Hallo Melanie,
      das sich die Ansicht, was ist ein guter Sitz mit der Zeit ändert, war bei mir auch so. Meine ersten genähten BHs saßen schon um weltenbesser wie die bisher gekauften. Inzwischen weiß ich, dass da noch einiges Luft nach oben war. Diese ersten BHs sortiere ich nach und nach wieder aus und ersetze diese durch noch besser passende.
      Das mit dem Laminat-Cup-anprobieren klappt bei mir sehr gut. Auch bei dem trägerlosen BH, den ich die Tage genäht habe (Blogpost fehlt noch) hat mir das einiges an Arbeit gespart.
      Lieber Gruß, Muriel

      30. Januar 2017 um 21:54 Antworten
  • Julia

    Ich denke, dass du mit deiner Vermutung richtig liegst, was den Platz im oberen Cup betrifft. Bei mir ist es nämlich genau umgekehrt. Boylston und Marlborough funktionieren bei mir gut, wohingegen ich Probleme mit meinem MakeBra, ich glaube der DL01, und mit Amelie hatte. Ich möchte jetzt mal wieder intensiver in die Materie einsteigen, mich reizt nämlich der neue Schnitt von Amy. Außerdem will ich mal diese Madalynne Schnitte probieren.
    Liebe Grüße
    Julia

    3. Februar 2017 um 6:56 Antworten
    • Muriel

      Hi Julia,
      die Madelynne Schnitte gefallen mir richtig gut. Den 8228 Racerback (glaube View B) habe ich genäht und liebe ihn (Blogpost fehlt noch).
      Lieber Gruß,
      Muriel

      6. Februar 2017 um 11:54 Antworten
  • Eine neue Liebe: der Harriet Bra – Nahtzugabe5cm.de

    […] war mein dritter Schnitt von Cloth Habit. Der Watson Softbra wurde viel zu klein, dafür ist das kostenlose Panty Schnittmuster Ladyshorts mein lieblings […]

    30. Juni 2018 um 11:24 Antworten
  • Euler Bralette – das war wohl nichts. – Nahtzugabe5cm.de

    […] Reinfall beim Thema BH-Nähen erlebt. Anfang des Jahres hatte ich von meinem Misserfolg mit den Watson Bra und Boylston Bra-Schnittmustern geschrieben. Wie schon damals erwähnt, ist der Haken am eigentlich spaßigen […]

    14. Juli 2018 um 21:31 Antworten
  • Mein erster trägerloser MeMade-BH: Esplanade Bra – Nahtzugabe5cm.de

    […] meinem Misserfolg mit dem Boylston Schnittmuster (Schnitt ist auch von Orange Lingerie) hatte ich nicht damit gerechnet, dass der erste Versuch […]

    14. Juli 2018 um 22:08 Antworten
  • 30°C Watson – Nahtzugabe5cm.de

    […] letzten Jahres hatte ich mich erfolglos an meinem ersten Watson Bra (Soft-BH Schnitt von Cloth Habit) versucht. Das gute Stück war mir um Welten zu klein. Mit Gewalt […]

    9. Oktober 2018 um 8:50 Antworten
  • Podcastepisode Nr. 24: Jubiläum – 4 Jahre Nahtzugabe5cm Podcast – yeah – Nahtzugabe5cm.de

    […] Bolyston BH Fail – drückt mir die Daumen, dass es jetzt […]

    26. Dezember 2018 um 17:36 Antworten
  • Ursula

    Vor ein paar Jahren nähte ich meinen ersten BH: einen Pinup Girls1245 Classic. Nach der Messmethode von Beverly Johnson kam ich auf 44F bis 44G. An gekauften BHs trug ich vorher 95E. Das erste Exemplar nähte ich in 44G – deutlich zu groß. Nächster Versuch: 44F. Der saß ziemlich gut, auf jeden Fall um Längen besser als die gekauften vorher. Als Material hatte ich Duoplex, noch von Elingeria, und ein festes Elastikmaterial für das Band.

    Mit der Zeit leierte das Band aus, irgendwann war ich beim engsten Haken angelangt. Abgelegte BHs trage ich ohne Bügel zuhause auf, bei Schreibtisch- und Hausarbeit kommt’s mir auf die perfekte Formung nicht so an. Aber immer mehr nervte mich, dass selbst am Schreibtisch der eine Träger ständig rutschte und selbst beim Zurechtziehen die Brust kaum noch zu heben war. Irgendwie setzte die Hebelkraft an der falschen Stelle an. Ohnehin hatte mich an der Cupform von Anfang gestört, dass diese wie eine längliche zusammengeklappte Muschel aussah anstatt schön rund, wie es idealerweise sein sollte.

    Schon lange hatte ich die BH-Kurse von Beverly Johnson auf Craftsy gekauft. Ihre Tipps zur Schnittänderung waren für meinen Fall zu allgemein, aber das Schöne an den Craftsy-Kursen ist ja, dass man aus den Ratschlägen im Forum, in der Regel anhand von Bildern, für sich einiges ableiten kann.
    Ich stieß auf den Vorschlag, das Band bis in den Cup hinein höher zu zeichnen, damit das Seitenfett besser verpackt ist und das Band weniger einschneidet. Außerdem zimmerte ich mir aus weiteren Tipps die Lösung zusammen, den Untercup zu kürzen, damit der Busen mehr nach oben gepusht wird und dafür den Obercup etwas aufzudrehen, damit der Rand nicht einschneidet. Alles zusammen in einer neuen Version ergab … eine Megapleite. Die Brust hatte jetzt keinen Halt mehr im Cup, sondern dehnte sich ungehindert zur Seite hin aus. So ging es also definitiv nicht.

    Ich muss noch erwähnen, dass ich bereits bei diesem Modell kein Duoplex mehr verwendete, da mir der Versand aus Schweden zu teuer war. Stattdessen hatte ich etwas bei Wien2000 gefunden, das sich als dünnes, aber sehr steifes Miedermaterial heraus stellte. Viel formgebender als das weiche Duoplex und damit wohl dem Foam schon recht nahe.
    Nun nähte ich noch mal den 44F und stellte erstaunt fest, dass immer noch etwas Platz im Körbchen war. Diesen heftete ich in der waagrechten Naht weg, verstärkte aber damit den Flachmuscheleffekt eher noch. In einem weiteren Versuch heftete ich den überstehenden Stoff vertikal weg, in der Hoffnung, damit die Brust etwas zur Mitte zu ziehen. Das brachte allerdings nicht viel, sondern nahm nur Tiefe aus dem Körbchen.

    Ich hatte bei meinen ausgedienten Pinups festgestellt, dass sich beim Tragen auch der Bügeldurchmesser um 1 cm verbreitert hatte. Also recherchierte ich an vielen BH-Abbildungen, wo sich eigentlich der korrekte seitliche Endpunkt befindet. Ergebnis, etwas verallgemeinert: direkt an der Vorderkante des Oberarms. In einem Tutorial im Busenfreundinnen-Forum fand ich den Tipp, erstmal das Unterbrustband aus Karton zuzuschneiden und zu schauen, ob das die Brust umschließt und an der richtigen Stelle endet. Das tat es, also war das Unterbrustband als Fundament schon mal passend.

    Ich durchkämmte nochmal das Craftsy-Forum und fand den nächsten Tipp: im Unterkörbchen eine vertikale Naht mit leichtem, aufgesetzten Bogen einzuarbeiten, den Brustpunkt (Apex) ein Stück zur Mitte hin zu verlegen, also zur Mitte hin Rundung aufzusetzen und damit Raum zu schaffen, dagegen unter dem Arm einen Abnäher zum unteren Körbchenrand hin zu setzen (bei mir ergaben sich da 2 x 1,5 cm Abnähertiefe). Als Ausgangsgröße wählte ich statt 44F 42G, also ein gröeres Körbchen, wobei bei beiden das Unterbrustband exakt gleich ist. Und siehe da, dieser Versuch war erfolgreich. Durch den festen Stoff wird die Brust gut gehoben, durch die Brustpunktverlagerung und den Seitenabnäher zur Mitte hin verlagert. Ein klein bisschen Feinjustierung ist noch nötig, aber es sieht so aus, dass ich dem Ideal sehr viel näher gekommen bin.

    Viele Grüße
    Ursula

    29. Januar 2019 um 14:19 Antworten
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