Mal was anderes: elegantes Kleid für “Klassik” Konzert

Als ich vor kurzem beim Einräumen meiner neuen Vogue-Butterick Schnitte (war mal wieder Sale und ich konnte nicht widerstehen) meine geliebte US-Schnittsammlung begutachtet habe, musste ich feststellen, dass ich zwar sehr viel schöne Schnitte habe, aber leider mein Bedarf an bodenlangen eleganten festlichen Kleider nicht wirklich hoch ist.

Da meinte Mann doch zu mir, dass ich eigentlich für das geplante Klassik Konzert (ja, ist mal was ganz anderes für mich) noch ein Kleid “bräuchte” … und wenn Mann schon meint, dass ich ein neues Kleid brauche, kann ich das natürlich nicht ignorieren 🙂

Der Schnitt stand schnell fest „B6533“ und durch eine glückliche Fügung war dann auch noch Stoffmarkt, dort konnte ich günstig einen sehr schönen und nicht so schweren Samt ergattern.

Für den Oberstoff werden nur zwei Schnittteile benötigt und unten drunter ist eine Korsage, die das Kleid auf Form bringt. Finde für so einen eleganten Schnitt kommt das Kleid mit relativ wenig aus.

Abgepaust habe ich daheim und weiter ging´s beim Nähtreffen. Die Anprobe des abgepausten Schnitts auf Baufolie war schon sehr viel versprechend. Die Abnäher mussten nur minimal angepasst werden. In der Länge habe ich entsprechend der “Foldline für Petite” gekürzt und unten noch mal 2,5cm weggenommen. Die Schleppe habe ich komplett weg gelassen … was soll ich im Konzertsaal auch den Boden wischen :-).

Beim Zuschnitt hätte ich um ein Haar, weil ich gewohnheitsmäßig dem Schnittauflageplan gefolgt bin, den Samt in zwei verschiede Richtungen zugeschnitten. Zum Glück ist mir das gerade noch rechtzeitig aufgefallen. Um die Farbe besser zur Geltung zu bringen, hab ich den Samt “verkehrt” herum zugeschnitten, d.h. man kann von unten nach oben streichen.

Die beiden Schnittteile für Oberstoff und Futter waren dann schnell genäht. Schön, wenn ein Schnitt mal auf Anhieb sitzt und der Samt hat sich auch ganz brav verhalten.

Leider habe ich den Schnitt im Nähtreff vergessen und nur ohne Schnittbeschreibung wieder bekommen. Hier die ganze Geschichte. Hätte auch gerne die dazu passende Jacke zu dem Kleid gehabt aber dazu hat die Zeit leider nicht gereicht aber dazu hat a) die Zeit gefehlt (Warum hab ich auch ständig so spontane Ideen?) und b) hat mir die Anleitung dazu zu dem Zeitpunkt gefehlt. Ich wusste nur noch, dass die Jacke Schulterpolster hat … aber wie und wann die eingenäht werden war fraglich.

Irgendwie war es, durch die fehlende Schnittbeschreibung ein Ratespiel, wie was zusammen genäht werden sollte aber da musste ich dann durch.

Großes Fragezeichen waren für mich auch die für die Korsage benötigen Stäbe: Normalerweise hätte ich, zu den vom mir gerne verwendet Federstahl (für Korsetts) gegriffen aber dann könnte ich das Kleid ja nicht so einfach waschen. Habe nach einigem Zögern zwei Arten von Plastikstäben bestellt. Ich schreibe dazu noch einen eigenen Post. Entschieden habe ich mich dann für das Plastikfischbeinstäbchen, das sich gut verarbeiten lies und meiner Meinung nach formstabil ist. An der Korsage musste ich die vorderen Nähte und die hinteren Abnäher anpassen.

Nachm Zusammenstecken des Kleides an die Korsage sah man, dass sich die untere Naht der Korsage unschön auf dem Oberstoff (Samt) abzeichnet. Die Naht musste also flacher werden. Einzige Möglichkeit war das Auftrennen der untersteppten Naht und der unteren Korsagennaht. Anschließend habe ich die Naht (nur) mit der Ovi versäubert. Ich frage mich wie Andere das genäht haben. Der Samt an sich ist ja schon relativ dick und “verdeckt” somit schon einiges. Bei jedem anderen Stoff wäre das noch auffälliger gewesen. Die sichtbare Ovi-Naht im Kleid gefällt mir nicht so gut, aber Mann meinte, außer mir sieht das ja eh keiner. Recht hat er!

Zudem habe ich noch den inneren Gürtel, der nur an der Korsage befestigt werden sollte weggelassen. Dachte eigentlich, dieser dient dazu das Gewicht des bodenlangen Kleids in der Taille abzufangen aber wenn der nur an der Korsage befestigt ist, wird da ja nicht so viel gehalten. Falls notwendig kann ich den auch noch später einnähen.

Das Kleid trägt sich sehr toll. Es sitzt alles und durch die Korsage wird auch alles schön in Form gehalten. Beim Konzert habe ich noch ein grünes Tuch getragen, sonst wäre es doch etwas frisch geworden.

Zweiter Event für das Kleid ist auch schon gefunden … es darf mit auf die Firmenweihnachtsfeier. Zum Glück geht´s bei uns so schick zu 🙂

Kleid mit Tuch

Schnitt: B6533 (gibt es leider bei Butterick nicht mehr)

Material: Samt 2m, Futter 2m, 1m Stab (Plastik), fester Baumwollstoff (Korsage), Einlage G705 (glaub ich)

Änderungen: gekürzt, Schleppe ignoriert, untere Korsagennaht nur mit Ovi versäubert, Hohlkreuzanpassung, hintere Abnäher angepasst. An der Korsage: Brustrundung angepasst, hintere Abnäher.

Fazit: sehr elegantes Kleid und trotzdem eines der einfachsten Kleider, die ich bisher genäht habe.

… und irgendwie hätte ich die dazu passende Jacke schon sehr gerne… vielleicht wage ich mich doch mal daran.

Muriel
Von
9

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9 Kommentare

  • Gaby

    Schickobello!
    Du sieht wahnsinnig elegant aus, ganz toll. Corsagenkleider kann ja nun wahrlich nicht jede tragen, Du aber! Mir gefällt es gerade mit dem grünen Tuch besonders gut, passt so toll zu Deinen Haaren.

    LG Gaby

    11. Dezember 2012 um 7:50 Antworten
  • Geo

    Wow, ein tolles Kleid und eine sehr schicke Frau! Finde auch das Tuch passt perfekt dazu und zu deinen Haaren.

    LG, Geo

    11. Dezember 2012 um 8:07 Antworten
  • Luci

    Wahnsinn! Das Kleid ist ein Traum und passt dir wie angegossen. Mit deinen Haaren und dem Tuch warst du bestimmt die bestangezogene Frau im Konzertsaal!

    Ich finde es einfach faszinierend, wie du deinen Stil durchziehst, egal ob Alltagskleidung, Abendkleid, Mittelalter-Outfit. Es ist immer Muriel. Bewundernswert!

    Alles Liebe
    Luci

    11. Dezember 2012 um 10:05 Antworten
  • L'inutile

    Wow, das Kleid ist wirklich wunderschön!

    11. Dezember 2012 um 10:07 Antworten
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