Die Schneiderin und ich: Biesen

Ja, eigentlich könnte es so einfach sein… ist es aber nicht. Beim Nähen meines Begleitpersonen-Kleides bin ich gleich bei Punkt 1 der Nähbeschreibung hängen geblieben: Biesen nähen, was ist das?!

Bei meiner Internetrecherche (wie professionell das klingt) bin ich unter anderem im Husqvarnaviking virtuellen Nähstudio hängen geblieben (super Seite übrigens, sehr empfehlenswert) aber irgendwie hatte ich das Gefühl dies ist nicht die Schneiderinnen-Variante.

Also gewartet bis zum nächsten Nähtreffen und ich habe recht behalten. Meine nach der Burdaschnittbeschreibung eingezeichneten Kreidelinien konnte ich getrost vergessen (diese Linien auf den Fotos bitte ignorieren).

Hier also die Schneiderinnen-Art Biesen zu nähen:

  1. Wie in der Schnittbeschreibung erläutert auf dem Stoff am Rand markieren an welcher Stelle die erste Biese sein soll
  2. Den Stoff an dieser Stelle ein paar mm einschneiden um an einen Faden zum rausziehen zu kommen
  3. Diesen Faden mit viel Gefühl! und sehr langsam! aus dem Stoff ziehen
  4. Den Stoff an der entstandenen Linie falten (links auf links) und bügeln
  5. Diesen neuen Stoffbruch mit Abstand von 2mm nähen
  6. Falls gewünscht weitere Biesen, wie oben beschrieben, nähen
  7. Sich freuen, dass alle Biesen waagrecht bzw. fadengerade sind und der Abstand zwischen den Biesen stimmt

Die Schneiderin meinte, dass man prinzipiell die Biesen immer von der Körpermitte weg bügelt, d.h. nach außen.

fertige Biesen

Biesen im Detai

Einen kleinen Haken hat die Sache, dass Fäden ziehen (mir fällt der Fachbegriff gerade nicht ein) erfordert eine sehr ruhige Hand und viel Geduld, da ich dies nicht hatte wurden meine Biesen unter reichlich Fluchen hergestellt. Auch empfiehlt es sich die Biesen mit einem Klarsichtfuß zu nähen, so hat man besser den Stoff im Auge. Ich jedenfalls finde 2mm sehr schmal und es hat mich einige Nerven gekostet aber immerhin habe ich etwas gelernt: Übers Nähen und meine Stressresistenz.

Von
8

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8 Kommentare

  • Pauline

    Wow, wie schön. Und für mich (die eher nicht so perfekt arbeitet) vielleicht auch Mal geeignet… Wobei… ich mach um SChnittmustre mitsolchen Begriffen doch eher einen großen Bogen.

    Liebe Grüße,
    Pauline

    17. November 2011 um 17:34 Antworten
  • L'inutile

    Mh… als gelernte Maßschneiderin muss ich zugeben von dieser Methode noch nie etwas gehört zu haben 🙂 Hört sich für mich auch zu aufwendig an, um im stressigen Betrieb umzusetzen, aber sieht schön aus 🙂

    17. November 2011 um 16:47 Antworten
  • Alisna

    Danke für die Biesenanleitung! Ich habe hier nämlich Stoff und Schnitt für eine Bluse mit Biesen liegen und genau vor den Biesen fürchte ich mich jetzt! 😉

    Grüße
    Alisna

    17. November 2011 um 21:06 Antworten
  • Katrin

    ui, biesen … da hab ich mich bisher auch noch nicht ran getraut! aber deine sehen doch bestens aus!!
    lg katrin

    17. November 2011 um 21:48 Antworten
  • mrs.columbo

    sicher nicht so einfach den feinen stoff so knapp abzusteppen! aber du lässt dich ja scheinbar von nichts abschrecken.
    lg, mrs.columbo

    18. November 2011 um 18:09 Antworten
  • Muriel

    @alle: Vielen Dank für eure lieben Kommentare.

    Ja, man kann die Biesen sicherlich auch ohne das Fäden-ziehen machen aber so wie ich mich kenne und meine Begabung zum schief zu messen, ist das die perfekte (wenn auch etwas zeitaufwändige) Methode um regelmäßige Biesen zu schaffen. Schwer ist es eigentlich nicht … nur es dauert halt etwas.

    @Mrs. Columbo…. Du bist ja lustig … Du ahnst nicht wie seht der Schnitt mich immer noch abschreckt und hätte ich doch nur was einfaches aus Jersey oder so ausgesucht … aber was wäre das Leben ohne die Herausforderung.

    Lieber Gruß, Muriel

    18. November 2011 um 19:51 Antworten
  • Annett

    Vielen lieben Dank für deinen netten Kommentar. Ich habe mal ein wenig bei dir gestöbert. Dein Projekt hat mich richtig neugierig gemacht. Ich werde hier noch etwas bleiben ;o). Ich möchte doch das Gesamtergebnis sehen.

    LG Annett

    18. November 2011 um 20:47 Antworten
  • Friederike

    so aufwendig habe ich noch nie Biesen genäht. Alle Achtung! Ich nehme die Zwillingsnadel und einen Biesennähfuß, lass' unter dem Stoff einen Faden mitlaufen und nähe so die Biesen ab. Allerdings muss man auch bei dieser Methode sehr genau arbeiten und am besten eine Kante markieren.
    Danke noch für deinen Kommentar.
    lieben Gruß von Friederike

    19. November 2011 um 8:57 Antworten
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